Die erste Nationale Demenzkonferenz fand am 29. April 2021 aufgrund der Pandemielage online statt und hat überzeugt. Insgesamt 667 Personen aus der Schweiz und dem nahen Ausland waren mit dabei an der eintägigen Veranstaltung zum Thema «Demenzprävention: Möglichkeiten und Grenzen».
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für das grosse und zahlreiche Interesse sowie den Referent/innen für die spannenden Präsentationen an der Nationalen Demenzkonferenz 2021.
An der Konferenz 2021 haben 12 renommierte Referent/innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen die aktuellsten Forschungserkenntnisse im Bereich der Demenzprävention vorgestellt. Für tiefere Einblicke in die Inhalte der einzelnen Beiträge, laden Sie den Bericht zur Konferenz herunter oder hören Sie in den Spectra Podcast rein.
Sicherheit ohne Bevormundung: Teilhabe und Selbstbestimmung bei Demenz
Wir begleiten Menschen mit Demenz und ihre Nahestehenden im Spannungsfeld zwischen Schutzpflicht und Selbstbestimmung. Der Beitrag stellt einen klaren Handlungsrahmen vor, der geteilte oder unterstützte Entscheidungsfindung mit einem Stufenplan für Sicherheit im Alltag verbindet. Er zeigt, wie Fachpersonen Diversität, Gleichberechtigung und bedarfsgerechte Unterstützung konkret berücksichtigen können. Praxisnahe Beispiele verdeutlichen die Rolle von Fachpersonen als Ermöglichende, Koordinierende und Anwält:innen. Zudem wird das Potenzial von Caring Communities (kein Pflegeersatz) für Entlastung und passende Zugänge aufgezeigt.
Demenz und Migration
Die Versorgung von Menschen mit Demenz und Migrationsgeschichte ist häufig durch sprachliche, strukturelle und kulturelle Barrieren geprägt. Mit fortschreitender Demenz verlieren viele Betroffene ihre Zweitsprache und kehren emotional zu ihrer Herkunftskultur zurück. Die Fallvignette einer Frau aus Bosnien zeigt, wie Musik, Rituale, Tradition und Muttersprache zu zentralen Ressourcen des Personseins werden und welche biografisch-kulturellen Bedürfnisse im Versorgungskontext sichtbar werden.
Unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz im Migrationskontext: Herausforderungen und Chancen
Die Wahrnehmung von Demenz und von Demenzbetroffenen variiert je nach kulturellem, gesellschaftlichem und historischem Kontext und beeinflusst sowohl die Anerkennung als auch das Erleben der Erkrankung. In zahlreichen Weltregionen ist Demenz nach wie vor weitgehend unbekannt und wird aufgrund anderer Prioritäten und einer kürzeren Lebensdauer nicht als gesundheitliches Problem identifiziert. In der Schweiz stellt sich durch die älter werdende Bevölkerung, auch von immer mehr Menschen mit verschiedensten Migrationshintergründen, die Frage, wie es um einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung, um Verständnis und Begleitung von Demenzbetroffenen bestellt ist. Der Vortrag gibt Einblick in unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz und thematisiert die Herausforderungen und Chancen, die sich in Hinblick auf Prävention, Begleitung und die Erbringung von Versorgungsleistungen ergeben.
FMH Innere Medizin, spez Geriatrie.
Seit Jahrzehnten engagiert für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, auch für Menschen mit Migrationshintergrund.
Bis zur Pensionierung leitende Ärztin der Memory Clinic Stadtstpital Zürich, Aufbau der Memory Clinic zusammen mit der Neuropsychologin Brigitte Rüegger.
Pionierin der Altersmedizin, Mitbegründerin der Fachgesellschaft für Geriatrie
Wesentlicher Anteil am Aufbau der Klinik für Altersmedizin am Stadtspital Waid in Zürich.
Engagiert sich seit Jahrzehnten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, auch in Medien (mehrere Auftritte im TV und Radio)
Buchautorin des Buches demenz. Fakten Geschichten Perspektiven (rueffer&rub 2016, aktuell dritte Auflage).
Co-Herausgeberin der deutschen Übersetzung des Buches des Buches Loving someone who has dementia von Pauline Boss: da und doch so fern (rueffer&rub)
Bis zur Pensionierung Lehrbeauftragte der Universität Zürich
Aktuell: als Altersmedizinerin und Demenzspezialistin in der Gruppenpraxis mediX tätig.
Mitaufbau des Chores für Menschen mit und ohne Demenz (Weischno-Chor, Alzheimer Zürich), dort auch als Freiwillige tätig.
Les personnes LGBTIQ+ vivant avec une démence font face à des vulnérabilités spécifiques, souvent invisibilisées dans les parcours de soins. Cette intervention donnée par l’équipe du projet TRUST-PALL, abordera les enjeux liés à l’identité, aux trajectoires de vie, à la stigmatisation et à la reconnaissance des relations significatives chez ces patient·e·s, en particulier lorsque les troubles cognitifs progressent. À partir d’exemples cliniques et de données issues de la littérature, la présentation mettra en lumière les risques d’exclusion, de non-reconnaissance et de rupture de continuité biographique, mais aussi les leviers pour des pratiques de soins plus inclusives. L’objectif est de réfléchir à des approches sensibles à la diversité, favorisant la dignité, la sécurité et l’équité dans l’accompagnement des personnes LGBTIQ+ vivant avec une démence.