Wissenschaftliches Komitee

Dr. phil. Stefanie Becker – Alzheimer Schweiz – Direktorin

Karine Begey – Alzheimer Schweiz – Stellvertretende Direktorin

Dr. phil. nat. und/et sci. med. Corina Wirth – Public Health Schweiz – Geschäftsführerin

Dipl. oec. troph. Isabel Zihlmann – freiberufliche Ernährungswissenschaftlerin & Vorstandsmitglied Public Health Schweiz

Prof. Dr. med. Jean-Marie Annoni – HFR-Freiburger Spital und Universität Freiburg – Abteilungschefarzt

Prof. Dr. Bogdan Draganski  – CHUV, Abteilung für Klinische Neurowissenschaften, Assistenzarzt, Dienst für Neurologie

Dr. Olivier Rouaud  – CHUV, Centre Leenaards de la Mémoire – Neurologe, Assistenzarzt

Dr. med. Markus Bürge – Siloah AG; Berner Spitalzentrum für Altersmedizin – Chefarzt & Co-Klinikleiter

Dr. Franziska Zuniga – Institut für Pflegewissenschaften Basel – Universitätsdozentin

Dr. med. Irene Bopp – Memory Clinic Stadtspital Waid Zürich – Leitende Ärztin

Dr. med. Jean-Luc Moreau-Majer – Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, spez. Geriatrie

Abstract

Unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz im Migrationskontext: Herausforderungen und Chancen

Die Wahrnehmung von Demenz und von Demenzbetroffenen variiert je nach kulturellem, gesellschaftlichem und historischem Kontext und beeinflusst sowohl die Anerkennung als auch das Erleben der Erkrankung. In zahlreichen Weltregionen ist Demenz nach wie vor weitgehend unbekannt und wird aufgrund anderer Prioritäten und einer kürzeren Lebensdauer nicht als gesundheitliches Problem identifiziert. In der Schweiz stellt sich durch die älter werdende Bevölkerung, auch von immer mehr Menschen mit verschiedensten Migrationshintergründen, die Frage, wie es um einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung, um Verständnis und Begleitung von Demenzbetroffenen bestellt ist. Der Vortrag gibt Einblick in unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz und thematisiert die Herausforderungen und Chancen, die sich in Hinblick auf Prävention, Begleitung und die Erbringung von Versorgungsleistungen ergeben.

Abstract

Wir fassen den aktuellen Erkenntnisstand über die sozialen Faktoren von Demenz und deren Behandlung aus einer Lebensverlaufsperspektive zusammen. Der Vortrag zeigt, wie soziale Ungleichheiten in Bezug auf Kindheit, Bildung, Lebensbedingungen, wirtschaftliche Ressourcen und berufliche Laufbahnen sowohl das Risiko für eine Demenzerkrankung als auch den Zugang zu und die Qualität von Gesundheitsversorgung beeinflussen. Wir reflektieren die Rolle des Gesundheitssystems und der nationalen Politik hinsichtlich der Verringerung von sozialen Ungleichheiten kritisch und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf systemischer und gesellschaftlicher Ebene für mehr Chancengleichheit auf.

Abstract

Menschen mit Demenz (MmD) erleben ihre Krankheit nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit ihren individuellen, Lebensrealitäten, wie Geschlecht, soziale Lage, Bildung, sexuelle Orientierung, Migrationserfahrung, Vorerkrankungen (Multimorbidität), Behinderung. Diese Merkmale überlagern sich und beeinflussen wesentlich, wie (und ob) Menschen Zugang zu Unterstützung haben und/oder wie vorhandene Angebote in Anspruch genommen werden. Der Vortrag führt in diese komplexe, aber immer wichtiger werdende Thematik der «Intersektionalität» ein, klärt den Begriff und zeigt anhand aktueller Forschung und Praxisbeispielen, in welchen Situationen ein intersektionaler Ansatz dabei unterstützen kann, Versorgungsgerechtigkeit zu fördern und Diskriminierung abzubauen.