Programm

Ab 08:30

Registrierung 

09:15

Begrüssungsansprache

Dr. med. Thomas Steffen, Präsident Public Health Schweiz (DE)

Hans Stöckli, Zentralpräsident Alzheimer Schweiz (DE)

09:30

Eröffnungsreferat zum Thema
Intersektionalität

Das vielfältige Leben und Demenz: Intersektionalität in der Demenzversorgung – Chancen und Herausforderungen
Dr. phil., Betr. oec. Sandra Oppikofer, Leitung Entwicklung und Evaluation am Zentrum für Gerontologie sowie Innovationsentwicklung und Partner Manager & Forschungsgruppenleiterin am Healthy Longevity Center der Universität Zürich (DE)

Diskussion

10:10

Keynote Session I
Migrationshintergrund

Unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz im Migrationskontext: Herausforderungen und Chancen
Gisella Dufey Hinch, Vizepräsidentin Nationales Forum Alter und Migration; Fachexpertin Grundlagen und Entwicklung, Schweizerisches Rotes Kreuz (FR)

Sprachlich-kulturelle Identität und Chancengleichheit im Kontext der ambulanten Demenzversorgung: Eine Fallvignette aus der Praxis
Sanja Ilic, Pflegeexpertin APN, Psychiatrische Dienste Thurgau (DE)

Podium

11:10

Pause

11:45

Keynote Session II
Gendergerechtigkeit  

Geschlechtervielfalt: für Chancengleichheit
Dr. Sivaniya Subramaniapillai, Forschungsverantwortliche – Diverse Brains Project, gefördert im Rahmen des Programms Ambizione 2024 des Schweizer Nationalfonds, Unité Santé et genre, Unisanté (FR)

Auf dem Weg zu einer inklusiven Versorgung von LGBTIQ+ Personen mit Demenz
Gaé Colussi, MA, PhD student, Forschungsbeauftragte:r:, TRUST-PALL-Projekt, Haute école d’ingénierie et de gestion du canton de Vaud (HEIG-VD), HES-SO (FR)

Catarina Letras, MScN, PhD student, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Pflegeexpertin Palliativ Care, Service des Soins Palliatifs et de support, CHUV, Lausanne (FR)

Podium

12:45

Mittagspause

13:45

Fokus:
Soziale Determinanten

Chancengleichheit und Demenz: Die Rolle sozialer Faktoren im Verlauf des Lebens
PD Dr. Stéphane Cullati, Dozent und Wissenschaftler im Bereich Epidemiologie und öffentliche Gesundheit, Population Health Laboratory, Universität Freiburg (FR)

Diskussion

14:15

Keynote Session III
Selbstbestimmung & Teilhabe

Sicherheit ohne Bevormundung: Teilhabe und Selbstbestimmung bei Demenz
Prof. Dr. Daniela Händler-Schuster, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Department Gesundheit, Forschung & Entwicklung & MSc in Pflege, Institut für Pflege (DE)

Wo Vielfalt wohnt – Erfahrungen aus der WG Alte Sennerei Tenna
Othmar F. Arnold, MN, Pflegeexperte APN, Koordinator WG Alte Sennerei, Verein Tenna Hospiz (DE)

Podium

15:15

Pause

15:45

Podiumsdiskussion

Fachpersonen berichten über ihre Erfahrungen mit den Themen Intersektionalität und Diversität sowie über die Bedeutung, die diese für die Lebenswelt der Betroffenen haben.

Dr. med. Irene Bopp-Kistler (DE)
Sanja Ilic (DE)
Gaé Colussi (FR)
PD Dr. Stéphane Cullati (FR)
Prof. Dr. Daniela Händler-Schuster (DE)

16:45

Schlussbemerkungen

Zusammenfassung und Reflexion über die wichtigsten Erkenntnisse des Tages aus Sicht der beiden Organisationen.

Dr. sc. nat. Martine Bourqui-Pittet, Zukünftige Direktorin
Alzheimer Schweiz ab Mai 2026 (FR)

Bettina Maeschli, Geschäftsführerin Public Health Schweiz (DE)

17:00

Ende der Konferenz

Ab 8:30Registrierung und Kaffee
9:15BegrüssungsanspracheDr. med. Thomas Steffen, Präsident Public Health Schweiz (DE)

Hans Stöckli, Zentralpräsident Alzheimer Schweiz (DE)
9:30Eröffnungsreferat30 Jahre Demenz-Forschung: Wo stehen wir heute?
Prof. Dr. med. Giovanni Frisoni, Verantwortlicher des
Gedächtniszentrums und Professor für Klinische
Neurowissenschafte, Universität Genf (FR)
10:00Keynote Session I
Hoffnung und Realität

Moderation:
Dr. med. Thomas
Steffen
Klinische Signifikanz versus individuelle Relevanz: der Beitrag digitaler Technologien zur Einführung der neuen Therapien PD
Dr. phil. Anna-Katharine Brem, Gruppenleiterin und Dozentin, Universitätsklinik für Alterspsychiatrie und Psychotherapie Bern (DE)

Ethische Herausforderungen in der Alzheimer Behandlung
Prof. Dr. med. Samia Hurst Majno, Ordentliche Professorin, Direktorin des iEH2, Universität Genf (FR)
11:00Pause
11:30Keynote Session II
Ganzheitliche Alzheimer-Behandlung

Moderation:
Bettina Maeschli
Social Prescribing – Ein Modell für Menschen mit Demenz?
Dr. phil. René Rüegg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Berner Fachhochschule (DE)

Die Bedeutung von Sekundär-/ Tertiärprävention
Dr. phil. Andrea Brioschi Guevara, Senior Clinical Researcher, MERc Leiterin der Neuropsychologie im Leenaards Memory
Center - LMENS CHUV Lausanne (FR)
12:30Mittagspause
13:30Fokus: Gesundheits-ökonomie

Moderation:
Dr. med. Stéfanie Monod
Wieviel darf die Behandlung von Alzheimer/Demenz kosten?
Prof. Dr. oec publ Simon Wieser, Dozent und Institutsleiter,
ZHAW School of Management and Law Winterthurer Institut
für Gesundheitsökonomie (DE)
14:00Keynote Session III
Gesundheitssystem in der Schweiz: Sind wir vorbereitet?

Moderation:
Dr. med. Stéfanie Monod
Schweizer Systembereitschaft im Zuge der neuen Entwicklungen – wo stehen wir?
Dr. med. Rafael Meyer, Stv. Klinikleiter und Chefarzt der Klinik für Konsiliar-, Alters- und Neuropsychiatrie (KAN), Leiter Zentrum für Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie und Psychosomatik (ZKL) Psychiatrische Dienste Aargau, Präsident Swiss Memory Clinic (DE)

Behandlungsverläufe von Demenzpatientinnen und -patienten
Dr. oec. Laure Dutoit, Wissenschaftliche Projektleiterin,
Schweizerisches Gesundheitsobservatorium Neuchâtel (FR)

15:00Pause
15:30Fokus: Erfahrungen, Perspektiven und Herausforderungen
Moderation:
Dr. phil. Stefanie Becker
Von neuen Medikamenten zu neuen Behandlungen. Erfahrungen aus der klinischen Forschung.
Dr. med. Hans Pihan, Leiter Memory Klinik und Chefarzt Neurologie, Spitalzentrum Biel (DE)

15:50Podiumsdiskussion
Moderation:
Dr. phil. Stefanie Becker
Erkrankte und Angehörige berichten über ihre Erfahrungen
aus der Teilnahme an klinischen Medikamentenstudien in der Schweiz

Dr. med. Hans Pihan

A. Lienhard mit Partnerin Verena und Schwägerin Elisabeth

Familie Fuchs

S. Gebendinger, Mitglied der Arbeitsgruppe «Impuls Alzheimer» von Alzheimer Schweiz (DE/FR)
16:45SchlussbemerkungenDr. phil. Stefanie Becker Direktorin Alzheimer Schweiz (DE)

Bettina Maeschli, Geschäftsführerin Public Health Schweiz

Abstract

Sicherheit ohne Bevormundung: Teilhabe und Selbstbestimmung bei Demenz

Wir begleiten Menschen mit Demenz und ihre Nahestehenden im Spannungsfeld zwischen Schutzpflicht und Selbstbestimmung. Der Beitrag stellt einen klaren Handlungsrahmen vor, der geteilte oder unterstützte Entscheidungsfindung mit einem Stufenplan für Sicherheit im Alltag verbindet. Er zeigt, wie Fachpersonen Diversität, Gleichberechtigung und bedarfsgerechte Unterstützung konkret berücksichtigen können. Praxisnahe Beispiele verdeutlichen die Rolle von Fachpersonen als Ermöglichende, Koordinierende und Anwält:innen. Zudem wird das Potenzial von Caring Communities (kein Pflegeersatz) für Entlastung und passende Zugänge aufgezeigt.

Abstract

Demenz und Migration

Die Versorgung von Menschen mit Demenz und Migrationsgeschichte ist häufig durch sprachliche, strukturelle und kulturelle Barrieren geprägt. Mit fortschreitender Demenz verlieren viele Betroffene ihre Zweitsprache und kehren emotional zu ihrer Herkunftskultur zurück. Die Fallvignette einer Frau aus Bosnien zeigt, wie Musik, Rituale, Tradition und Muttersprache zu zentralen Ressourcen des Personseins werden und welche biografisch-kulturellen Bedürfnisse im Versorgungskontext sichtbar werden.

Abstract

Unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz im Migrationskontext: Herausforderungen und Chancen

Die Wahrnehmung von Demenz und von Demenzbetroffenen variiert je nach kulturellem, gesellschaftlichem und historischem Kontext und beeinflusst sowohl die Anerkennung als auch das Erleben der Erkrankung. In zahlreichen Weltregionen ist Demenz nach wie vor weitgehend unbekannt und wird aufgrund anderer Prioritäten und einer kürzeren Lebensdauer nicht als gesundheitliches Problem identifiziert. In der Schweiz stellt sich durch die älter werdende Bevölkerung, auch von immer mehr Menschen mit verschiedensten Migrationshintergründen, die Frage, wie es um einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung, um Verständnis und Begleitung von Demenzbetroffenen bestellt ist. Der Vortrag gibt Einblick in unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz und thematisiert die Herausforderungen und Chancen, die sich in Hinblick auf Prävention, Begleitung und die Erbringung von Versorgungsleistungen ergeben.

Abstract

Wir fassen den aktuellen Erkenntnisstand über die sozialen Faktoren von Demenz und deren Behandlung aus einer Lebensverlaufsperspektive zusammen. Der Vortrag zeigt, wie soziale Ungleichheiten in Bezug auf Kindheit, Bildung, Lebensbedingungen, wirtschaftliche Ressourcen und berufliche Laufbahnen sowohl das Risiko für eine Demenzerkrankung als auch den Zugang zu und die Qualität von Gesundheitsversorgung beeinflussen. Wir reflektieren die Rolle des Gesundheitssystems und der nationalen Politik hinsichtlich der Verringerung von sozialen Ungleichheiten kritisch und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf systemischer und gesellschaftlicher Ebene für mehr Chancengleichheit auf.

Abstract

Menschen mit Demenz (MmD) erleben ihre Krankheit nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit ihren individuellen, Lebensrealitäten, wie Geschlecht, soziale Lage, Bildung, sexuelle Orientierung, Migrationserfahrung, Vorerkrankungen (Multimorbidität), Behinderung. Diese Merkmale überlagern sich und beeinflussen wesentlich, wie (und ob) Menschen Zugang zu Unterstützung haben und/oder wie vorhandene Angebote in Anspruch genommen werden. Der Vortrag führt in diese komplexe, aber immer wichtiger werdende Thematik der «Intersektionalität» ein, klärt den Begriff und zeigt anhand aktueller Forschung und Praxisbeispielen, in welchen Situationen ein intersektionaler Ansatz dabei unterstützen kann, Versorgungsgerechtigkeit zu fördern und Diskriminierung abzubauen.