Referentinnen und Referenten

Othmar_Arnold

Othmar F. Arnold

Verein Tenna Hospiz

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Sanja Ilic

Psychiatrische Dienste Thurgau

Sandra_Oppikofer

Dr. phil., Betr. oec. Sandra Oppikofer

Universität Zürich

Gisella_Dufey_Hinch

Gisella Dufey Hinch

Schweizerisches Rotes Kreuz

Stephane_Cullati

PD Dr. Stéphane Cullati

Université de Fribourg

Haendler-Schuster

Prof. Dr. Daniela Händler-Schuster

ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Gae_Colussi

Gaé Colussi

HES-SO

Catarina_Letras

Catarina Letras

CHUV

Sivaniya_Subramaniapillai

Dr. Sivaniya Subramaniapillai

Unité Santé et genre, Unisanté

Dr méd. Irene Bopp-Kistler

Dr. med. Irene Bopp-Kistler 

Fachärztin Innere Medizin FMH, spez. Geriatrie

Abstract

Erfahrungen mit Demenz werden durch geschlechterspezifische Faktoren sowie Normen, Rollen und Identitäten im Zusammenhang mit Geschlecht und Gender beeinflusst. Forschung, Diagnose und Pflege stützen sich jedoch auf Studien, deren Stichproben nicht die Vielfalt der Bevölkerung abbilden. Der Vortrag untersucht diese Problematik aus einer biologischen und sozialen Perspektive und zeigt, wie Geschlecht und Gender den Krankheitsverlauf sowie den Zugang zu Diagnose und Pflege beeinflussen. Durch die Entwicklung von Demenzrisikomodellen, die Geschlecht, Gender und allgemeinere Lebensbedingungen miteinbeziehen, lassen sich Diagnoseinstrumente und Behandlungsansätze erstellen, die fairer sind und die Vielfalt an Erfahrungen mit der Krankheit widerspiegeln.

Abstract

LGBTIQ+ Personen mit Demenz stehen vor besonderen Herausforderungen, die in der Gesundheitsversorgung häufig unsichtbar bleiben. Die Präsentation des TRUST-PALL-Projektteams geht auf Fragen im Zusammenhang mit Identität, Lebensverläufen, Stigmatisierung und Anerkennung bedeutender Beziehungen dieser Patient:innen ein, insbesondere im Verlauf fortschreitender kognitiver Störungen. Anhand klinischer Beispiele und Daten aus der Literatur zeigt der Vortrag die Risiken von Ausgrenzung, fehlender Anerkennung und biografischen Brüchen auf, aber auch Ansatzpunkte für eine inklusivere Versorgung. Das Ziel besteht darin, über diversitätssensible Ansätze nachzudenken, die die Würde, Sicherheit und Gerechtigkeit in der Betreuung von LGBTIQ+ Personen mit Demenz fördern.

Abstract

LGBTIQ+ Personen mit Demenz stehen vor besonderen Herausforderungen, die in der Gesundheitsversorgung häufig unsichtbar bleiben. Die Präsentation des TRUST-PALL-Projektteams geht auf Fragen im Zusammenhang mit Identität, Lebensverläufen, Stigmatisierung und Anerkennung bedeutender Beziehungen dieser Patient:innen ein, insbesondere im Verlauf fortschreitender kognitiver Störungen. Anhand klinischer Beispiele und Daten aus der Literatur zeigt der Vortrag die Risiken von Ausgrenzung, fehlender Anerkennung und biografischen Brüchen auf, aber auch Ansatzpunkte für eine inklusivere Versorgung. Das Ziel besteht darin, über diversitätssensible Ansätze nachzudenken, die die Würde, Sicherheit und Gerechtigkeit in der Betreuung von LGBTIQ+ Personen mit Demenz fördern.

Abstract

Sécurité sans tutelle : participation et autodétermination en cas de démence

Dans l’accompagnement des malades Alzheimer et de leurs proches, nous sommes en quête d’un équilibre entre devoir de protection et respect de l’autonomie. Cet exposé présente un cadre d’action qui concilie prise de décision partagée ou assistée à un plan par étapes pour la sécurité au quotidien. Il montre comment les spécialistes peuvent concrètement prendre en considération la diversité, l’égalité et un soutien ciblé. Des exemples tirés de la pratique illustrent le rôle des professionnel-le-s en tant que facilitateurs-trices, coordinateurs-trices et défenseur-e-s. Enfin, nous verrons que, loin de remplacer les soins infirmiers, les Caring Communities permettent de décharger le système et d’offrir des accès appropriés.

Abstract

La prise en soins des personnes atteintes d’une forme de démence et issues de l’immigration est souvent marquée par des barrières linguistiques, structurelles et culturelles. À mesure que la maladie progresse, de nombreuses personnes oublient leur deuxième langue acquise et reviennent naturellement à leur langue maternelle et à leur culture d’origine. Le cas d’une femme originaire de Bosnie montre comment musique, rituels, traditions et langue maternelle deviennent des ressources essentielles à l’identité d’une personne. Cette vignette illustre également quels besoins biographiques et culturels apparaissent dans le contexte de la prise en soins.

Abstract

Selbstbestimmung und Teilhabe sind universelle Elemente menschlicher Existenz und Würde. In der WG Alte Sennerei im Tenna Hospiz wird diese Erkenntnis konsequent in der Projekt- und Programmgestaltung, wie auch im gelebten Alltag umgesetzt.

Trotz des relativ engen Einzugsgebietes zeigt sich Diversität als Quelle. Da sitzen die Bäuerin und der Künstler am selben Tisch. Ebenso «Gstudierti» und Menschen mit fortschreitenden demenziellen Entwicklungen, Weitgereiste und Verwurzelte. Alle bringen sich ein in die Bewältigung des Alltags, wenn sie wollen und wo sie können.

Die Gestaltung der Architektur, die Förderung einer sorgenden Gemeinschaft, der achtsame, zwischenmenschliche Umgang, zusammen mit klar benannten Grundwerten, zeigen in den ersten Betriebsjahren eine positive und heilende Wirkung.

Abstract

Sicherheit ohne Bevormundung: Teilhabe und Selbstbestimmung bei Demenz

Wir begleiten Menschen mit Demenz und ihre Nahestehenden im Spannungsfeld zwischen Schutzpflicht und Selbstbestimmung. Der Beitrag stellt einen klaren Handlungsrahmen vor, der geteilte oder unterstützte Entscheidungsfindung mit einem Stufenplan für Sicherheit im Alltag verbindet. Er zeigt, wie Fachpersonen Diversität, Gleichberechtigung und bedarfsgerechte Unterstützung konkret berücksichtigen können. Praxisnahe Beispiele verdeutlichen die Rolle von Fachpersonen als Ermöglichende, Koordinierende und Anwält:innen. Zudem wird das Potenzial von Caring Communities (kein Pflegeersatz) für Entlastung und passende Zugänge aufgezeigt.

Abstract

Demenz und Migration

Die Versorgung von Menschen mit Demenz und Migrationsgeschichte ist häufig durch sprachliche, strukturelle und kulturelle Barrieren geprägt. Mit fortschreitender Demenz verlieren viele Betroffene ihre Zweitsprache und kehren emotional zu ihrer Herkunftskultur zurück. Die Fallvignette einer Frau aus Bosnien zeigt, wie Musik, Rituale, Tradition und Muttersprache zu zentralen Ressourcen des Personseins werden und welche biografisch-kulturellen Bedürfnisse im Versorgungskontext sichtbar werden.

Abstract

Unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz im Migrationskontext: Herausforderungen und Chancen

Die Wahrnehmung von Demenz und von Demenzbetroffenen variiert je nach kulturellem, gesellschaftlichem und historischem Kontext und beeinflusst sowohl die Anerkennung als auch das Erleben der Erkrankung. In zahlreichen Weltregionen ist Demenz nach wie vor weitgehend unbekannt und wird aufgrund anderer Prioritäten und einer kürzeren Lebensdauer nicht als gesundheitliches Problem identifiziert. In der Schweiz stellt sich durch die älter werdende Bevölkerung, auch von immer mehr Menschen mit verschiedensten Migrationshintergründen, die Frage, wie es um einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung, um Verständnis und Begleitung von Demenzbetroffenen bestellt ist. Der Vortrag gibt Einblick in unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz und thematisiert die Herausforderungen und Chancen, die sich in Hinblick auf Prävention, Begleitung und die Erbringung von Versorgungsleistungen ergeben.

Abstract

Wir fassen den aktuellen Erkenntnisstand über die sozialen Faktoren von Demenz und deren Behandlung aus einer Lebensverlaufsperspektive zusammen. Der Vortrag zeigt, wie soziale Ungleichheiten in Bezug auf Kindheit, Bildung, Lebensbedingungen, wirtschaftliche Ressourcen und berufliche Laufbahnen sowohl das Risiko für eine Demenzerkrankung als auch den Zugang zu und die Qualität von Gesundheitsversorgung beeinflussen. Wir reflektieren die Rolle des Gesundheitssystems und der nationalen Politik hinsichtlich der Verringerung von sozialen Ungleichheiten kritisch und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf systemischer und gesellschaftlicher Ebene für mehr Chancengleichheit auf.

Abstract

Menschen mit Demenz (MmD) erleben ihre Krankheit nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit ihren individuellen, Lebensrealitäten, wie Geschlecht, soziale Lage, Bildung, sexuelle Orientierung, Migrationserfahrung, Vorerkrankungen (Multimorbidität), Behinderung. Diese Merkmale überlagern sich und beeinflussen wesentlich, wie (und ob) Menschen Zugang zu Unterstützung haben und/oder wie vorhandene Angebote in Anspruch genommen werden. Der Vortrag führt in diese komplexe, aber immer wichtiger werdende Thematik der «Intersektionalität» ein, klärt den Begriff und zeigt anhand aktueller Forschung und Praxisbeispielen, in welchen Situationen ein intersektionaler Ansatz dabei unterstützen kann, Versorgungsgerechtigkeit zu fördern und Diskriminierung abzubauen.