Programm

Nationale Demenzkonferenz 2024: Tabus rund um Demenz

Ab 08:30

Registrierung 

09:15

Begrüssungsansprache

Dr. med. Thomas Steffen, Präsident Public Health Schweiz (DE)

Dr. iur. Catherine Gasser, Zentralpräsidentin Alzheimer Schweiz (DE)

9:30

Keynote Session I

Demenz, Tabus und Würde

Chair: Dr. phil. I Julie Page

Stigma Demenz. Herausforderungen und Praktiken aus der Perspektive von Betroffenen
Dr. Valerie Keller, ISEK, Universität Zürich (DE)

Welche Interpretationen von Würde sind für Menschen mit Demenz aus ethischer Sicht angemessen ?
Prof. Dr. Christine Clavien, Ausserordliche Professorin, Institut Ethik, Geschichte und Geisteswissenschaften, Universität Genf (FR)

Diskussion

10:35

Pause

11:05

Keynote Session II

Schamgefühle

Chair: Dr. med. Irene Bopp-Kistler

Ekel und Scham bei Demenz: Sprechen wir darüber!
Samuel Vögeli, Pflegeexperte MScN (DE)

Doppelt im Schatten: Kognitive Beeinträchtigung mit Demenz als gesellschaftliches Tabu
Claudia Hermann, Leiterin Fachstelle kognitive Beeinträchtigung und Demenz, Stiftung Arkadis (DE)

Diskussion

12:10

Mittagspause

13:20

Keynote Session III

Gewalt, Misshandlung,
Aggressivität

Chair: Dr. phil. Angela Schnelli

Macht und Gewalt in Pflegebeziehungen – Ethische Perspektiven auf den Umgang mit Demenzbetroffenen
Prof. Dr. Settimio Monteverde, Dozent und Leiter Ausbildungsprogramm, BFH (DE)

Demenz als Risikofaktor für Ausbeutung – und wie man sich dagegen schützen kann
Prof. Dr. iur. Regina Aebi-Müller, Ordentliche Professorin für Privatrecht und Privatrechtsvergleich, Universität Luzern (DE)

Diskussion

14:25

Sonderfokus:

Lebensende

Alzheimer, Sterben in Würde, Fasten zum Lebensende und assistierter Suizid
Prof. Dr. med. Claudia Gamondi, Leiterin der Abteilung für Palliativpflege, CHUV, Lausanne (FR)

Diskussion

15:00

Pause

15:25

Testimonial

Nathalie De Febis, Angehörige (DE)

15:45

Keynote Session IV:

Die Tabus des
Systems

Chair: Dr. phil. Nelly Courvoisier 

Der Standpunkt eines Hausarztes
Dr. med. Sébastien Jotterand, Medizinisches Zentrum Aubonne (FR)

Demenz: ein Tabu im Schweizer Gesundheitssystem?
Prof. Dr. med. Stéfanie Monod, Leitende Ärztin und Co-Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitssysteme von Unisanté (FR)

Diskussion

16:50

Schlusswort

Dr. phil. Stefanie Becker, Direktorin Alzheimer Schweiz (DE)

Dr. phil. nat. et sci. med. Corina Wirth, Geschäftsführerin Public Health Schweiz (DE)

17:00

Ende der Konferenz

Ab 8:30Registrierung und Kaffee
9:15BegrüssungsanspracheDr. med. Thomas Steffen, Präsident Public Health Schweiz
Dr. iur. Catherine Gasser, Zentralpräsidentin Alzheimer Schweiz
9:30Keynote Session I

Demenz, Tabus und Würde

Chair: Dr. phil. I. Julie Page
Stigma Demenz. Herausforderungen und Praktiken aus der Perspektive von Betroffenen
Dr. Valerie Keller, ISEK, Universität Zürich (DE)

Welche Interpretationen von Würde sind für Menschen mit Demenz aus ethischer Sicht angemessen?
Prof. Dr. Christine Clavien, Ausserordentliche Professorin, Institut für Ethik, Geschichte und Geisteswissenschaften Universität Genf (FR)

Diskussion
10:35Pause
11:05Keynote Session II

Schamgefühle

Chair: Dr. med. Irene Bopp-Kistler
Ekel und Scham bei Demenz: Sprechen wir darüber!
Samuel Vögeli, Pflegeexpert MScN (DE)

Doppelt im Schatten: Kognitive Beeinträchtigung mit Demenz als gesellschaftliches Tabu
Claudia Hermann, Leiterin Fachstelle kognitive Beeinträchtigung und Demenz, Stiftung Arkadis (DE)

Diskussion
12:10Mittagspause
13:20Keynote Session III

Gewalt, Misshandlung,
Aggressivität

Chair: Dr. phil. Angela Schnelli
Macht und Gewalt in Pflegebeziehungen – Ethische Perspektiven auf den Umgang mit Demenzbetroffenen
Prof. Dr. Settimio Monteverde, Leiter Ausbildungsprogram, BFH (DE)

Demenz als Risikofaktor für Ausbeutung – und wie man sich dagegen schützen kann
Prof. Dr. iur. Regina Aebi-Müller, Ordentliche Professorin für Privatrecht und Privatrechtsvergleich, Universität Luzern (DE)

Diskussion
14:25Sonderfokus: LebensendeAlzheimer, Sterben in Würde, Fasten zum Lebensende und assistierter Suizid
Prof. Dr. med. Claudia Gamondi, Leiterin der Abteilung für Palliativpflege, CHUV, Lausanne (FR)
15:00Pause
15:25TestimonialNathalie De Febis, Angehörige (DE)
15:45Keynote Session IV:

Die Tabus des
Systems

Chair: Dr. phil. Nelly Courvoisier
Der Standpunkt eines Hausarztes
Dr. med. Sébastien Jotterand, medizinisches Zentrum Aubonne (FR)

Demenz: ein Tabu im Schweizer Gesundheitssystem?
Prof. Dr. med. Stéfanie Monod, Leitende Ärztin und Co-Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitssysteme Unisanté (FR)

Diskussion
16:50SchlusswortDr. phil. Stefanie Becker, Direktorin Alzheimer Schweiz,

Dr. phil. nat. et sci. med. Corina Wirth, Geschäftsführerin Public Health Schweiz
17:00Ende der Konferenz

Abstract

Sicherheit ohne Bevormundung: Teilhabe und Selbstbestimmung bei Demenz

Wir begleiten Menschen mit Demenz und ihre Nahestehenden im Spannungsfeld zwischen Schutzpflicht und Selbstbestimmung. Der Beitrag stellt einen klaren Handlungsrahmen vor, der geteilte oder unterstützte Entscheidungsfindung mit einem Stufenplan für Sicherheit im Alltag verbindet. Er zeigt, wie Fachpersonen Diversität, Gleichberechtigung und bedarfsgerechte Unterstützung konkret berücksichtigen können. Praxisnahe Beispiele verdeutlichen die Rolle von Fachpersonen als Ermöglichende, Koordinierende und Anwält:innen. Zudem wird das Potenzial von Caring Communities (kein Pflegeersatz) für Entlastung und passende Zugänge aufgezeigt.

Abstract

Demenz und Migration

Die Versorgung von Menschen mit Demenz und Migrationsgeschichte ist häufig durch sprachliche, strukturelle und kulturelle Barrieren geprägt. Mit fortschreitender Demenz verlieren viele Betroffene ihre Zweitsprache und kehren emotional zu ihrer Herkunftskultur zurück. Die Fallvignette einer Frau aus Bosnien zeigt, wie Musik, Rituale, Tradition und Muttersprache zu zentralen Ressourcen des Personseins werden und welche biografisch-kulturellen Bedürfnisse im Versorgungskontext sichtbar werden.

Abstract

Unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz im Migrationskontext: Herausforderungen und Chancen

Die Wahrnehmung von Demenz und von Demenzbetroffenen variiert je nach kulturellem, gesellschaftlichem und historischem Kontext und beeinflusst sowohl die Anerkennung als auch das Erleben der Erkrankung. In zahlreichen Weltregionen ist Demenz nach wie vor weitgehend unbekannt und wird aufgrund anderer Prioritäten und einer kürzeren Lebensdauer nicht als gesundheitliches Problem identifiziert. In der Schweiz stellt sich durch die älter werdende Bevölkerung, auch von immer mehr Menschen mit verschiedensten Migrationshintergründen, die Frage, wie es um einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung, um Verständnis und Begleitung von Demenzbetroffenen bestellt ist. Der Vortrag gibt Einblick in unterschiedliche Wahrnehmungen von Demenz und thematisiert die Herausforderungen und Chancen, die sich in Hinblick auf Prävention, Begleitung und die Erbringung von Versorgungsleistungen ergeben.

Abstract

Wir fassen den aktuellen Erkenntnisstand über die sozialen Faktoren von Demenz und deren Behandlung aus einer Lebensverlaufsperspektive zusammen. Der Vortrag zeigt, wie soziale Ungleichheiten in Bezug auf Kindheit, Bildung, Lebensbedingungen, wirtschaftliche Ressourcen und berufliche Laufbahnen sowohl das Risiko für eine Demenzerkrankung als auch den Zugang zu und die Qualität von Gesundheitsversorgung beeinflussen. Wir reflektieren die Rolle des Gesundheitssystems und der nationalen Politik hinsichtlich der Verringerung von sozialen Ungleichheiten kritisch und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf systemischer und gesellschaftlicher Ebene für mehr Chancengleichheit auf.

Abstract

Menschen mit Demenz (MmD) erleben ihre Krankheit nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit ihren individuellen, Lebensrealitäten, wie Geschlecht, soziale Lage, Bildung, sexuelle Orientierung, Migrationserfahrung, Vorerkrankungen (Multimorbidität), Behinderung. Diese Merkmale überlagern sich und beeinflussen wesentlich, wie (und ob) Menschen Zugang zu Unterstützung haben und/oder wie vorhandene Angebote in Anspruch genommen werden. Der Vortrag führt in diese komplexe, aber immer wichtiger werdende Thematik der «Intersektionalität» ein, klärt den Begriff und zeigt anhand aktueller Forschung und Praxisbeispielen, in welchen Situationen ein intersektionaler Ansatz dabei unterstützen kann, Versorgungsgerechtigkeit zu fördern und Diskriminierung abzubauen.